HUMANS

THAILAND

THAILAND

Thailand, das Urlaubsparadies schlechthin, bietet traumhafte Strände und Inseln, quirlige Städte und schwimmende Märkte. Um einiges ruhiger ist der Norden mit seiner üppigen Natur und Bergvölkern wie den Hmong und den Karen. Sie leben in der Grenzregion zu Myanmar und Laos, da sie als verfolgte Minderheiten aus ihrer Heimat flüchten mussten. Typisch für die Hmong sind die bunten Kleider und die auffälligen Kopfbedeckungen. Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis ist die Begegnung mit den Karen, die als Halsschmuck Metallringe tragen. Mädchen ab dem fünften Lebensjahr werden diese Ringe angelegt. Um ihre Hälse zu strecken, kommen im Laufe der Jahre immer mehr dazu. Der Schmuck kann bis zu acht Kilogramm wiegen und gesundheitsgefährdend sein, da die Halsmuskeln verkümmern. Dennoch tragen die Frauen ihren Schmuck mit Stolz und lassen sich gerne porträtieren.

VIETNAM

VIETNAM

Die Gesichter Vietnams haben mich immer schon fasziniert. Die jungen wie die alten. Fast ist es so, als ob sie Geschichten erzählen würden – über ein Leben, das sie noch erwartet oder über Entbehrungen, die bereits hinter ihnen liegen. Gerade die jungen Frauen sehen oft kindlich aus, so dass man sich wundert, dass sie selber schon Nachwuchs haben. Das konnte ich vor allem in Nordvietnam beobachten. In der abgeschiedenen Gebirgsregion leben Ethnien wie die Schwarzen Hmong, die Blumen-Hmong und die Roten Dao und die Aussage von Chai, meinem Guide bei einer Trekkingtour in den Bergen, hat sich hier in verblüffender Weise bestätigt: „Erst sehen sie ganz jung aus und plötzlich ganz alt.“

MYANMAR

MYANMAR

„Nur Tiere haben schwarze Zähne.“ Das ist die verblüffende Antwort der Enn-Frauen auf die Frage, warum sie ihre Zähne schwarz färben. Wie zum Beweis gibt es ein Lächeln dazu. Die Menschen Myanmars sind freundlich und offen, obwohl ihr Land bitterarm ist. Nach den ersten demokratischen Wahlen seit 25 Jahren öffnet sich das Land. Inzwischen kann man Gebiete bereisen, die lange nicht zugänglich waren. Wie die Bergregion an der Grenze zu China, wo die Ethnie der Loi in traditionellen Langhäusern lebt. Jeweils 25 Familien teilen sich diese düsteren Behausungen mit ebenso vielen Feuerstellen. Ebenfalls im östlichen Hochland beheimatet sind die Ah Kha mit ihrem silbernen Kopfschmuck, die Pfeife rauchenden Ak Hu-Frauen und die Enn. Für viele Ethnien ist der Besuch eines Fotografen noch ein besonderes Ereignis. Wesentlich vertrauter gehen damit die buddhistischen Mönche und Novizen in den bekannten Klöstern und Tempeln um.

NEPAL

NEPAL

Wer Maha Shivaratri, das höchste Hindu-Fest Nepals, besucht, sollte nicht an Platzangst leiden. Weit mehr als eine Million Pilger aus ganz Nepal und den angrenzenden Ländern strömen dann zum berühmten Tempel Pashupatinath in Kathmandu, um die Nacht des Shiva zu zelebrieren. Er ist der Gott der Zerstörung und gleichzeitig Erlöser. Ihn anzubeten, bedeutet positives Karma und spirituelle Befreiung zu erlangen. Aus der Masse der Pilger fallen besonders die Sadhus ins Auge – heilige Männer mit oft eindrucksvollen Gesichtsbemalungen und Kopfbedeckungen, die sich dem spirituellen, teils streng asketischen Leben verschrieben haben. Um diese charismatischen, stolzen Sadhus zu porträtieren, habe ich mich mit meiner Kamera unter die Pilgerschar gemischt und mich mit der riesigen Menschenmenge treiben lassen.

SÜD-INDIEN

SÜD-INDIEN

Indien ist ein Land, das unterschiedlicher kaum sein kann. Der Norden ist geprägt von Spiritualität und eindrucksvollen kulturellen Stätten. Man sieht Frauen in farbenprächtigen Saris und Männer mit Turbanen. Ganz anders der Süden. Er bietet üppige tropische Natur und mit den Backwaters idyllische palmengesäumte Wasserstraßen. Bangalore, eines der wichtigsten IT-Zentren des Landes, ist hier vertreten und präsentiert sich modern und aufgeschlossen. Ganz so wie die Menschen, die freundlich und neugierig sind und den Fotografen manchmal fast nötigen, er möge doch eine Aufnahme machen, um sich dann stolz ihr Porträt auf dem Display zeigen zu lassen. Für einen Fotografen paradiesische Verhältnisse. So sind viele Bilder entstanden: von den Gläubigen im Minakshi Tempel in Madurai, auf dem bunten Markt in Mysore und von den Fischern am Strand von Kochi.

NORD-INDIEN

NORD-INDIEN

Nord-Indien in all seiner Widersprüchlichkeit ist eine packende Region, anstrengend und faszinierend zugleich – und ein Paradies für Porträtfotografen. Selten habe ich so viele interessante Gesichter gesehen und so viele außergewöhnliche Menschen dahinter entdeckt. Ihre Freundlichkeit, ihre Zurückhaltung und ihre Anmut machen es leicht, auf sie zuzugehen. An vielen Orten taucht man ein in eine fremde, spirituelle Welt. „Die Person, die dir begegnet, ist die richtige“, so lautet eines der vier indischen Gesetze der Spiritualität. Und wo hätte diese Aussage mehr Gültigkeit als am Ufer des heiligen Ganges. Jede Begegnung mit den Pilgern und den heiligen Sadhus war so eindrucksvoll, dass es für mich als Fotograf nur die richtige sein konnte.

PAPUA-NEUGUINEA

PAPUA-NEUGUINEA

Papua-Neuguinea ist in unserer so viel bereisten Welt immer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Es verkörpert das uns so fremde, unbekannte Land schlechthin. Eine Terra Incognita, die Assoziationen hervorruft: Gefahren, Krankheiten und vor allem – Kannibalismus. Fast schon reflexartig drängt sich die Frage auf: „Dort gibt es doch noch Menschenfresser, oder?“ Nein, es gibt sie nicht mehr! Aber es gibt eine paradiesische Natur und mehr als 800 Ethnien, die ihre jahrtausendalte Kultur erhalten haben. Einige von ihnen konnte ich besuchen und porträtieren. Leider ist ihr Paradies bedroht. Nachdem Bodenschätze wie Gold, Kupfer, Öl und Gas entdeckt wurden, haben ausländische Investoren in verschiedenen Landesteilen das Zepter übernommen. Der Kampf um die begehrten Rohstoffe hat bereits seine Spuren hinterlassen.

ECUADOR

ECUADOR

Die Märkte im Hochland der Anden sind bunt und geschäftig. Indigene in traditionellen Kleidern gehen plaudernd und entspannt ihren Geschäften nach. Als Fotograf wird man freundlich akzeptiert und manchmal auch ignoriert. Schließlich gibt es Wichtigeres, wenn Obst, Gemüse und Tiere unter die Leute gebracht werden müssen und zur Stärkung ein gegrilltes Meerschweinchen verspeist wird.
Fernab der Zivilisation im tiefen Dschungel des Yasuni-Nationalparks leben die Waorani-Indianer. Sie gehen noch immer mit dem Blasrohr auf die Jagd, gewinnen ihre Medizin aus Urwaldpflanzen und die Frauen bringen ihre Kinder in der Hängematte zur Welt. Lange Zeit waren sie als grausame Jäger gefürchtet, heute wird jeder freundlich empfangen, der die strapaziöse zweitägige Anreise mit dem Kanu auf sich nimmt. Leider ist ihr Lebensraum durch die Erdölförderung und den damit verbundenen Umweltzerstörungen stark bedroht.

MAROKKO

MAROKKO

In der Wüste und in den Oasen Marokkos traf ich auf ernste Männer, die das harte Leben geprägt hatte. Sie trugen kunstvoll gewickelte Turbane und ließen sich ebenso selbstbewusst fotografieren wie die Frauen in Marrakesch mit ihren ornamentalen Henna-Tattoos. Alle hatten sie eines gemeinsam: Sie waren tief im Islam verwurzelt. So erwies es sich oft als schwierig, das Einverständnis zum Fotografieren der Menschen, insbesondere der Frauen, zu bekommen. Vielen Porträts gingen aus diesem Grund lange Gespräche voraus. Manchmal saßen ganze Clans zusammen, um darüber zu beraten. Deshalb freue ich mich ganz besonders über die Fotos dieser stolzen Menschen.

TANSANIA

TANSANIA

Die Massai gelten als Inbegriff des stolzen Naturvolkes. Mit ihren farbenfrohen Umhängen und dem auffälligen Schmuck sind sie unverwechselbar. Viele ihrer archaischen Riten wie die Beschneidung der jungen Männer praktizieren sie noch heute. An ihren weiß bemalten Gesichtern erkennt man, dass sie die „Emuratta“ vor Kurzem überstanden haben. Im stark patriachalisch geprägten Leben der Massai müssen die Frauen hart arbeiten. Eine beeindruckende Begegnung hatte ich auf dem Weg in die Serengeti. Eine junge Massai-Frau kam mir mit einem Bündel Brennholz auf dem Rücken entgegen. Ich hielt an, um einige Fotos zu machen. Mein sportlicher Begleiter fragte, ob er das Holzbündel auch mal schultern könne. Gesagt, versucht. Er schaffte es nicht – es wog geschätzte 40 kg!

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