ÄTHIOPIEN

Lange habe ich überlegt, ob ich nach Äthiopien reisen sollte. Über den Ethnotourismus im Omo-Tal und über die dort lebenden Stämme hatte ich nicht nur Positives gehört. Sie leben in einer der abgelegensten Regionen Afrikas und haben doch sehr schnell die Gesetze von Angebot und Nachfrage gelernt. Als Foto-Objekt lässt sich leicht Geld verdienen und vor allem die Mursi-Frauen mit den Lippentellern profitieren von ihrem exotischen Aussehen. Immerhin kauft der Stammesälteste von den Einnahmen nicht nur Kalaschnikows und Schnaps, sondern auch Nahrungsmittel wie Hirse, Mais und Bohnen. Trotzdem waren es spannende Begegnungen, faszinierend in ihrer Fremdheit. Ganz anders erlebt man die Menschen im Norden des Landes, vor allem die christlichen Pilger in Lalibela. Für sie steht niemals das Geschäft im Vordergrund, sie sind offen, neugierig und freuen sich aufrichtig über das Interesse an ihrer Person.

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